Über NEUROPRECISE


Wer wird untersucht?

In dieser Studie werden Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren aus einer der zwei folgenden Gruppen untersucht:

Kinder und Jugendliche mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma (Gehirnerschütterung):

  • Welches nicht länger als 72 Stunden zurückliegt
  • Ohne neurologische Vorerkrankungen (z.B.: Epilepsie, Multiple Sklerose)
  • Ohne Gehirnerschütterung in der Vergangenheit
  • Mit fließendenden Deutschkenntnissen

Kinder und Jugendliche ohne Gehirnerschütterung (Vergleichsgruppe):

  • Ohne neurologische Vorerkrankungen (z.B.: Epilepsie, Multiple Sklerose)
  • Mit fließendenden Deutschkenntnissen

Woraus besteht die Untersuchung?

An insgesamt drei Zeitpunkten – innerhalb von 72 Stunden nach der Verletzung, sechs Monate später und nach einem Jahr - werden jeweils verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Auch die Eltern/Erziehungsberechtigten werden gebeten, verschiedene Fragen zur Gesundheit ihres Kindes aus ihrer Sicht zu beantworten.

Im Einzelnen umfasst ein Testzeitpunkt:

  • Klinische Untersuchung durch einen Kinder- und Jugendarzt:tin: Eltern und Kind werden zur medizinischen Vorgeschichte, zum Beispiel zu möglichen Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme, befragt. Bei Patient:innen mit Gehirnerschütterung wird außerdem ausführlich über den Unfall und die damit einhergehenden Symptome gesprochen.
  • Klinisch-neurologische Untersuchung durchgeführt von einen Kinder- und Jugendarzt:tin erfahren in Kinder- und Jugendneurologie: Die neurologische Untersuchung umfasst die Untersuchung der Hirnnerven, der Motorik, Sensorik und der Reflexe. Zusätzlich wird eine Gleichgewichtstestung auf einer sog. Kraftmessplatte durchgeführt. Daneben erheben wir im Rahmen der körperlichen Untersuchung auch den Pubertätsstatus.
  • Blutentnahme: Es wird Blut abgenommen, um den Hormonspiegel des Kindes zu erfassen. Zum anderen werden Eiweiße untersucht, die mit Entzündungs- und Heilungsreaktionen nach einer Gehirnerschütterung in Verbindung gebracht werden.
  • Stimmung und Verhalten: In verschiedenen Fragebögen werden die Kinder und Ihre Eltern gebeten u.a. Fragen zu Sport/Hobbies, Freundschaft/soziale Teilhabe, Schule, sowie zu Sorgen, Ängsten oder Problemen und zu gesundheitsbezogener Lebensqualität zu beantworten.
  • Kognition: Das Kind absolviert standardisierte Tests zur Messung von Reaktionsgeschwindigkeit, Erinnerungsvermögen und Aufmerksamkeit. Am zweiten Untersuchungszeitpunkt wird ein kurzer, standardisierter Intelligenztest durchgeführt, um alle übrigen Befunde richtig einordnen zu können.
  • Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspin genannt): Bei dieser Untersuchung werden Bilder des Gehirns gemacht, während das Kind ruhig in einer röhrenartigen Maschine liegt. Das MRT beinhaltet weder die Verwendung von Röntgenstrahlung noch eines Kontrastmittels. Folglich ist die Untersuchung völlig harmlos.

Die Teilnahme an jeder einzelnen geplanten Untersuchung ist freiwillig. Ein Termin dauert insgesamt ca. 4 bis 5 Stunden.

Als Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an der Studie erhält das Kind 100 € pro Untersuchungstermin (insgesamt 400 €).

Studienorte

Die Studie wird in der Concussion Clinic für Kinder und Jugendliche durchgeführt.
Abteilung für Pädiatrische Neurologie, Entwicklungsneurologie, Sozialpädiatrie LMU
Zentrum für Entwicklung und komplex chronisch kranke Kinder - iSPZ Hauner
Kinderklinik und Poliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital
LMU Klinikum, Lindwurmstr. 4, 80337 München

Warum ist diese Studie so wichtig?

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Eine Gehirnerschütterung führt vorübergehend zu körperlichen Beschwerden wie z.B. Sehstörungen, Übelkeit und Schwindel. Die meisten Kinder und Jugendlichen erholen sich innerhalb von Tagen oder ein bis zwei Wochen vollständig. Manche Patient:innen haben jedoch auch langfristig Beeinträchtigungen, wie z.B. Kopfschmerzen oder eine Störung der Gedächtnisleistung und der Reaktionsgeschwindigkeit. Es ist unser Ziel mehr über mögliche Veränderungen des Gehirns nach Gehirnerschütterungen herausfinden. Wir vermuten, dass bestimmte Hormone einen Einfluss darauf haben, wie schnell sich das Gehirn nach einer Gehirnerschütterung erholt. Wir vermuten außerdem, dass es hierbei Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gibt. Um das herauszufinden, untersuchen wir Kinder und Jugendliche nach einer Gehirnerschütterung und vergleichen ihre Daten mit den Daten von Gleichaltrigen, die keine Gehirnerschütterung erlitten haben.

Ziel und Nutzen der Studie:

Die Ergebnisse dieser Studie können dazu beitragen, die Auswirkungen von Gehirnerschütterungen bei Kindern und Jugendlichen besser zu verstehen. Mit Hilfe dieses Wissens hoffen wir, Kindern und Jugendlichen in Zukunft noch besser helfen zu können nach einer Gehirnerschütterung wieder ganz gesund zu werden.

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